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Am Schluss verraten wir Ihnen eine wichtige Botschaft, die für Sie prägend sein kann.
Die Anwendung von Hypnose umfasst eine beinahe 4.000 Jahre alte Geschichte, die tief in der Menschheit verwurzelt ist. Besonders die Praxis der Trance hat ihren Ursprung bereits in viel früheren Zeiten und war schon lange ein wesentlicher Bestandteil vieler kultureller Traditionen.
Die alten indischen Praktiken der Fakire und Yogis, die oft Trancezustände erreichten, lassen sich bis ins zweite Jahrtausend vor Christus zurückverfolgen. Diese Techniken waren weit mehr als nur Methoden – sie waren spirituelle Werkzeuge, die den Zugang zu tieferen Ebenen des Bewusstseins ermöglichten.
Bereits etwa 1.500 Jahre vor unserer Zeitrechnung findet sich die erste schriftliche Erwähnung der Hypnose in den alten Schriften des antiken Ägyptens, im berühmten Papyrus Ebers. Dabei handelt es sich um ein medizinisches Manuskript (heute im Besitz der Universität Leipzig). In den ehrwürdigen Tempeln entlang des Nils wurde Hypnose angewandt, um Heilung zu fördern und den Menschen zu helfen, zu einem Zustand innerer Harmonie und Balance zu finden.
In der Antike und bis ins Mittelalter hinein wurde der heilenden Kraft der Hypnose oft eine übernatürliche Dimension zugeschrieben. Sie schien ein mystisches, spirituelles Werkzeug zu sein, das Menschen in tiefere Bewusstseinsebenen führte, um Heilung und Erneuerung zu erfahren. Der berühmte Mediziner Paracelsus erkannte die Kraft der Hypnose und empfahl sie als eine Methode, die von Mönchen erfolgreich zur Heilung von Nervenkrankheiten genutzt wurde. Durch positive Suggestionen half sie, die Leiden der Menschen zu lindern.

Im 17. Jahrhundert erlangte der Arzt Franz Anton Mesmer, bekannt als der Urvater der Hypnose, Aufmerksamkeit mit seiner Theorie des «animalischen Magnetismus», wonach ein unsichtbarer Magnetismus heilende Kräfte entfalten könne. Diese Kräfte sollten durch spezielle «mesmerische Streichungen», gefördert werden. Doch obwohl seine Techniken weite Kreise zogen, wurden sie später einer strengen Untersuchung unterzogen. Mehrere Kommissionen, erst in Wien, Jahre später auch in Paris, erklärten seine Methoden schliesslich für unwirksam, da die Heilungen vermutlich nur durch die Kraft der menschlichen Vorstellungskraft zustande kamen. Jedoch zweifelte König Ludwig XVI Mesmers Heilerfolge nicht an. Dr. Mesmer musste trotzdem aus Frankreich verschwinden und zog in die Bodensee-Region. Im Alter von 75 Jahren lebte er am Bodensee und wurde von einem Arzt wiederentdeckt, der von Ihm viele Jahre zuvor gehört hat. Dieser Arzt bot Anton Mesmer eine Stelle als Direktor in einer magnetischen Klinik in Berlin an. Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters lehnte Dr. Mesmer jedoch ab.

Schliesslich änderte der Chirurg James Braid die Sichtweise auf das Phänomen der Hypnose. Er entdeckte, dass es sich nicht um einen künstlich herbeigeführten Schlaf handelte, sondern um einen Zustand, in dem die Konzentration der Aufmerksamkeit und die Macht der Gedanken eine entscheidende Rolle spielten. In diesem Moment prägte er den Begriff «Hypnose», abgeleitet von Hypnos, dem griechischen Gott des Schlafes. Doch seine Erkenntnisse führten zu einem bemerkenswerten Wandel. Mit hypnotische Anästhesie konnte er unzählige Augenoperationen durchführen. Zur damaligen Zeit konnten schmerzstillende Zustände bei Operationen nur durch wenige Methoden herbeigeführt werden. Die Hypnose war eine davon. Kurz vor seinem Tod stellte er fest, dass der Zustand der Hypnose eher als «Konzentration und Erhöhung der Aufmerksamkeit» zu verstehen war. Er wollte den Begriff Hypnose ersetzen, doch da sich der Begriff bereits weitgehend etabliert hatte, blieb es schliesslich bei diesem.
Hypnose fand auch Anwendung bei Operationen und bot eine bemerkenswerte Möglichkeit, Menschen ohne Leiden zu heilen. Doch als Betäubungsmittel wie Äther, Chloroform und Lachgas im 19. Jahrhundert in den medizinischen Alltag Einzug hielten, verschwand die schmerzlindernde Kraft der Hypnose langsam wieder in den Hintergrund.

Sehr bekannt war damals auch der Chirurg James Esdaile. Er versetzte seine Patienten in einen tranceähnlichen Zustand, diesen nannte man den Esdaile-Zustand. Er operierte erfolgreich in über 1300 Operationen und wandte dabei stets seine Technik an. Seine Sterberate lag bei 5 %. Üblicherweise lag diese bei anderen Ärzten dieser Zeit bei über 50 %.
Einer der Hauptgründe, dass der tranceähnliche Zustand verdrängt wurde, war, dass es einfacher und zeitsparender war, sowie weniger Wissen über die Trance benötigte, mithilfe einer Spritze eine Anästhesie zu bewirken.

Jean Martin Charcot gilt als Begründer der modernen Neurologie. Besonders bei Schädigungen des Nervensystems setzte dieser Hypnose ein. Er konnte so beweisen, dass Lähmungen in hypnotischer Trance zum Verschwinden gebracht werden konnten. Viele seiner Theorien wurden jedoch später widerlegt. Er war der Arzt, der die Hypnose in wissenschaftlichen Kreisen gesellschaftsfähig machte und dafür sorgte, dass sie als untersuchungswürdiges Phänomen in Betracht gezogen wurde.

In Deutschland entwickelte Johannes Heinrich Schultz im Jahr 1932 das Autogene Training – eine Methode, die als eine kunstvolle Form der Selbsthypnose bezeichnet werden kann. Es bot den Menschen eine Möglichkeit, sich selbst zu beruhigen und die eigene innere Balance wiederzufinden. In vielen Studien konnte Autogenes Training seine Möglichkeiten und Fähigkeiten unter Beweis stellen. [1]
Ab etwa 1930 erlebte die Hypnose in den englischsprachigen Ländern eine erneute Blütezeit und gewann an Bedeutung, besonders im klinischen Bereich. Ihre Anwendung und ihr Potenzial in der Medizin wurden zunehmend anerkannt.

Der amerikanische Arzt und Psychiater Milton H. Erickson (1901 bis 1980) wird von vielen als Vater der modernen Hypnotherapie verehrt. Er spielte eine entscheidende Rolle dabei, dass die Hypnose schliesslich als offizielle Therapieform Anerkennung fand. Erickson entwickelte eine einzigartige, kooperative Hypnotherapie, bei der er immer häufiger permissive (kooperative) und indirekte Suggestionen einsetzte. Er erzählte Geschichten und benutzte Metaphern, die es seinen Klienten ermöglichten, auf subtile Weise über ihre Themen nachzudenken und neue Lösungswege zu entdecken. Oft führte allein das Erzählen von Geschichten dazu, dass seine Klienten in einen tiefen Trancezustand fielen, in dem erstaunliche Veränderungen und Heilungen auftraten – fast wie durch ein Wunder, jedoch stets kontrolliert und aktiv gefördert durch Erickson.
Heute ist Erickson ein Vorbild für eine ganze Generation von Hypnotherapeuten weltweit. Sein Schüler Jeffrey Zeig gründete später die Milton Erickson Gesellschaft. Ericksons Erbe lebt in der Hypnotherapie weiter und inspiriert weiterhin unzählige Menschen auf ihrem Weg der Heilung und Transformation.
Noch heute lassen sich viele Hypnotherapeuten von Milton H. Erickson inspirieren, um die Kunst der Hypnotherapie in seinem Sinne und zugleich im Einklang mit den heutigen Bedürfnissen zu erlernen. Doch die Auslegung dessen, was die «Ericksonsche Hypnotherapie» ausmacht, ist vielfältig und manchmal auch von unterschiedlichen Interpretationen geprägt. Mit den besten Absichten wird heute oft eine besonders rein permissive (kooperative) und indirekte Herangehensweise verfolgt.


In den 1970er Jahren nahmen Richard Bandler und John Grinder seine Methoden auf, untersuchten sie und entwickelten daraus NLP, die Neuro-Linguistische Programmierung. Dies ist eine vollständig eigene Therapieform, die zwar unter anderem aus der Hypnose entstanden ist, jedoch nicht als Hypnosetechnik angesehen werden kann. NLP kann wunderbar in Kombination mit der klinischen Hypnose angewendet werden.
Es gibt zudem noch weitere Hypnotiseure, die Einfluss auf die Hypnose und ihren Verlauf nahmen. Jedoch waren diese hauptsächlich mit der Showhypnose und deren Techniken vertraut. Da dieser Ansatz nichts mit der klinischen, wissenschaftlich untersuchten Hypnose zu tun hat, werden sie hier auch nicht weiter erwähnt.
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[1] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10001593/
Titelbild: LeonardoAI
Bilder: Alle Bilder sind freie Interpretationen, nachempfunden von Originalbildern durch LeonardoAI
Audio: ElevensLabs
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